{Travel Argentina} Radlfahren mit Heimatgefühlen in Bariloche

Kristallklare Seen, schneebedeckte Bergspitzen und ganz viel Schokolade: Heimatgefühle mitten in Argentinien.

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Der erste Eindruck als wir in Bariloche am Busbahnhof ankommen: es ist ganz schön kalt hier! Der zweite Eindruck als wir in die Innenstadt kommen: es gibt ganz schön viel Schokolade hier! Und der dritte Eindruck als wir unser Appartement im siebten Stock betreten und aus dem Fenster gucken: es ist einfach wunderschön und unendlich beeindruckend hier! Denn in der gar nicht so weit entfernten Ferne sehen wir schon die Berge sowie die Weite und Verzweigungen des großen Sees, an dem auch die Stadt selbst liegt. Nachdem wir den restlichen Tag mit den leider immer notwendigen organisatorischen Dingen (Weiterfahrt und nächste Unterkunft suchen, Essen kaufen, Restaurant aussuchen…) verbringen, können wir den nächsten Tag voll und ganz bei der Erkundung der Gegend genießen. In Bariloche gibt es viele schöne Möglichkeiten, der Herr Keks hat es jedoch wieder geschafft, von all diesen Möglichkeiten den Ausflug auszusuchen, der ihm und mir am besten gefällt. Einer der Gründe warum ich so gern mit ihm verreise 🙂

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Einen Überblick verschaffen
Nach einem ausgewogenen Frühstück geht es mit dem Bus zum Kilometer 18. Von dort aus fährt nämlich ein kleiner Sessellift zur Aussichtsplattform auf dem Cerro Campanario. Es ist unglaublich windig dort oben, aber der Ausblick ist einfach unglaublich: immer wieder verzweigt sich der See, bildet Inseln, die begrünt sind mit Wäldern, und das Ganze liegt inmitten der wunderschönen, schneebedeckten Berge. Wenn es nicht so kalt wegen des Windes wäre, hätte ich dort Stunden verbringen können. Wieder runter geht es auch mit der Seilbahn, die übrigens windgeschützt zwischen Bäumen liegt. Auch hier ist der Ausblick sehr schön.

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Rund um den Circuito Chico
Unten angekommen gehen wir etwa fünf Minuten weiter Richtung stadtauswärts und erreichen den Fahrradverleih. Nach einer Erklärung der Route, der schwierigen und schönsten Stellen und worauf wir achten müssen, bekommen wir die Räder und los geht es. Schwierige Stellen sind die steilen Abschnitte. Diese ziehen sich zwar teilweise ganz schön, sind aber durchaus machbar. Dafür geht es schließlich auch immer wieder nach unten zur Entspannung 😉 Die vorgeschlagenen Aussichtspunkte nehmen wir alle mit, denn sie bieten alle wirklich wunderschöne Ausblicke auf die umliegenden Berge und den klaren See. Ein bisschen fühlt es sich an als würde man im Frühling durch die bayerischen Alpen radeln – ein wunderbares Gefühl, nachdem wir zu dem Zeitpunkt fast schon zwei Monate unterwegs sind 🙂 Die Strecke ist zwar nur 27 km lang, durch die ganzen bergigen Abschnitte, die Brotzeit- und Fotopausen sind wir aber doch vier Stunden unterwegs.

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Da man durch viele Waldgebiete fährt, ist man meist geschützt vor dem Wind. Auf Brücken oder freieren Streckenabschnitten muss man aber etwas vorsichtig sein. Die Strecke ist auch von Autos befahren, den größten Teil allerdings sehr wenig. Am Schluss gibt es noch einen stark befahrenen Abschnitt, aber wir sind gut sichtbar mit unseren Warnwesten. Alles in allem ist die Strecke also wirklich gut machbar und lohnt sich absolut. Von Fahrradverleih zurück geht es auch wieder mit dem Bus.
Nach diesem sportlichen Tag gönnen wir uns eine heiße Schokolade in einem der Schokoladenläden in der Innenstadt und probieren dazu auch die Schokolade. Unser Fazit: Schon gut, aber für den Preis eines Stücks bekommt man in Deutschland eine ganze Tafel, die genauso lecker ist. Würde ich also nur empfehlen wenn man schon auf extremen Schokoladenentzug ist 😉 Empfehlen kann ich dagegen den Abend bei einem Steak im El Boliche de Alberto ausklingen zu lassen. Passt auch besser zu Argentinien 😉

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Infos und Kosten für die Tour
Den Sessellift zum Cerro Campanario und besagte Aussichtsplattform erreicht man von der Innenstadt aus mit dem Bus 20, 22 oder 10. Vergesst nicht, vorher eine Sube Karte an einem Kiosko zu kaufen und ausreichend aufzuladen. Die Fahrt zu Kilometer 18 kostet etwa 25 ARS (ca. 1,30 €) einfach. Die Sube Karte wird übrigens auch für das Bus- und Bahnnetz in Buenos Aires benutzt.

Der Lift kostet 220 ARS (ca. 12 €) für die Hin-und Rückfahrt. Man kann auch in etwa 40 Minuten zu Fuß besteigen und dann entweder wieder zu Fuß hinunter gehen oder mit der Seilbahn hinunterfahren für 110 ARS. Nur nach oben zu fahren und hinunter zu gehen ist übrigens nicht möglich bzw. nur wenn man das Rückfahrtticket verfallen lässt, denn eine Einzelfahrt nach oben kann man nicht kaufen 😉

Am Ausgangspunkt für den Circuito Chico 5 gibt es zwei Fahrradladen: Bike Rental oder Circuito Chico Adventure, wir waren bei letzterem und Zahlen 500 ARS (ca. 25 €) pro Rad. Günstig ist in Argentinien leider gar nichts..

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Bariloche An- und Weiterreise
An den Norden Argentiniens und auch Chiles ist Bariloche sehr gut durch häufige Busverbindungen angeschlossen. Die Bustickets kann man problemlos einen Tag vorab in jeder Stadt der Gegend am Busbahnhof kaufen. Mit dem Süden sieht es schon anders aus. Die beliebtesten Orte zur Weiterreise sind El Calafate oder El Chalten. Zu beiden fahren die Busse nicht täglich, es fährt auch nur eine Busgesellschaft und die Fahrt dauert etwa 23 Stunden. In der Cama Klasse (breite Liegesitze) kostet der Spaß euch noch etwa 120€. Bariloche hat aber auch einen Flughafen und mit etwas Glück findet man einen Flug nach El Calafate zum etwa gleichen Preis.

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Bariloche bietet natürlich auch noch andere Möglichkeiten den Tag zu verbringen, bzw. für einen längeren Aufenthalt. Zum Beispiel die Tageswanderung zum Refugio Frey.

Wart ihr schon mal in Bariloche und habt vielleicht weitere Tipps oder andere Erfahrungen? Immer her damit in den Kommentaren!
Habt ein schönes Wochenende!
Alexa

0 Kommentare bei „{Travel Argentina} Radlfahren mit Heimatgefühlen in Bariloche“

  1. Vielen vielen Dank für die Infos! Ich plane gerade auch eine Reise durch Südamerika. Leider erst in etwas mehr als einem Jahr, aber trotzdem lohnt es sich schon, verschiedene Orte mal nachzuschlagen und nach Bus und Flugverbindungen zu schauen (damit man wenigstens etwas mit der Zeit planen kann). Dafür war dein Beitrag gerade unglaublich hilfreich 😀
    Und auch zu wissen, was für Aktivitäten man alles in Barriloche machen kann, ist toll. Ich verabschiede mich jetzt mal ins Träumen von der großen Reise!
    Liebe Grüße,
    Dani

    1. Liebe Dani, es freut mich sehr dass mein Beitrag gleich so hilfreich war für dich! 🙂 In nächster Zeit werden noch mehr Beiträge zu Südamerika kommen, vielleicht ist ja noch was für dich dabei 🙂
      Liebe Grüße, Alexa

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