Sand und Meer an der Küste Perus: Paracas und Huaccachina

Lange haben wir hin und her überlegt, ob und für wie lange wir die beiden Orte Paracas und Huaccachina, südlich von Lima, bei Ica, besuchen wollen. Letztendlich haben wir uns für beide entschieden und es absolut nicht bereut.

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Paracas ist eine nette kleine Hafenstadt rund 260 km südlich von Lima. Die Stadt selbst hat nicht viel an Sehenswürdigkeiten zu bieten, ist aber ganz gemütlich. Es gibt viele Restaurants und Hostels. Reisende kommen hier hauptsächlich vorbei, um die Islas Ballestas zu besuchen, die „Galapagosinseln des kleinen Mannes“. Auf den unter Naturschutz stehenden Inseln gibt es nämlich Unmengen an Tieren zu sehen. In erster Linie Seevögel, aber in solchen Scharen, dass es einfach unvorstellbar ist: Möwen, Pelikane und noch einige andere. Dazwischen ein paar niedliche Seelöwen. Wer Glück hat, bekommt auch Pinguine und Delfine zu sehen. Eine großartige Tour also für diejenigen, die sich die Galapagosinseln aus Zeitnot nicht ansehen können, oder weil es nicht zur Route oder dem Geldbeutel passt.

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Die Fahrten werden vor Ort überall angeboten und kosten um die 15$/50 Soles. Soweit wir es mitbekommen haben, starten die 2-Stündigen Ausflüge am Vormittag. Mit einem offenen, motorisiertem Schlauchboot geht es am Hafen in Paracas los. Erst zu ein paar vorgelagerten Inseln, bei denen die ersten Pelicane zu sehen sind. Außerdem bekommt man hier einen kleinen Vorgeschmack auf die Nazcalinien, denn vom Boot aus kann man den sogenannten Kandelaber sehen, ein in den Sandstein gemaltes Symbol, dessen Ursprung noch immer ungeklärt ist. Vor allem die Ausmaße dieser Zeichnung sind enorm.

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Dann geht die Fahrt weiter und schon bevor man die Inseln an sich sehen kann, fallen einem die riesigen Vogelschwärme auf, die über dem Meer auf Nahrungssuche gehen. Wenn man denkt, es können gar nicht mehr Vögel werden, hat man die Inselgruppe erreicht. Es sind einfach unglaubliche Scharen an Vögeln auf den Inseln und um sie herum. Schon beim langsamer werden erkennen wir die ersten Seelöwen und Pinguine! Es ist ein wahnsinnig beeindruckendes Schauspiel, die Tiere in diesen Massen in ihrem Lebensraum zu sehen. Aber ich lasse einfach Bilder sprechen 🙂

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Mein Tipp für die Fahrt: Zieht euch nicht zu dünn an, die Fahrt ist einfach windig und am Vormittag ist es meist noch gar nicht so warm. Windfeste Kleidung und geschlossene Schuhe sind wirklich empfehlenswert. Wer leicht friert, sollte auch eine Mütze mitnehmen.

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Außer den Inseln Ballestas hat Paracas noch das National Reserve zu bieten, eine unglaublich große, geschützte Wüstenlandschaft, die mit Steilhängen auf das Meer trifft. Diese Tour kann man auch vor Ort organisieren. Es gibt mehrere Möglichkeiten, die verschiedenen Aussichtspunkte des Gebiets zu erkunden: Per Bus als Gruppe, mit dem Fahrrad (vor Ort ausleihbar) und mit Quadrädern, die auch vor Ort angeboten werden. Wir sind mit dem Bus gefahren, da wir die Tour über unser Busunternehmen kostenlos bekommen haben. Die Idee mit den Quads fand ich allerdings sehr ansprechend. Mit dem Fahrrad stelle ich mir das Ganze wirklich recht anstrengend vor, da es recht windig ist und die Strecken unglaublich weit. Insgesamt gibt es drei Aussichtspunkte, die nacheinader angefahren werden und einfach alle enorm beeindruckend sind. Diese Weiten von Sandwüste, die Kraft, mit der das Meer die Klippe trifft, die Natur als solche hat einfach so wahnsinnig viel zu bieten.

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Auch für diese Tour empfehle ich auch windfeste Kleidung, denn selbst wenn es in Paracas warm ist, ist der Wind hier richtig stark.

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Eine Restaurantempfehlung habe ich ebenfalls für Paracas. Es gibt dort zwar unheimlich viele Restaurants und sicher sind einige davon recht gut, aber wir waren in einem kleinen Restaurant, das ein Familienbetrieb ist und wirklich unglaublich leckeres Essen hat: Pukasoncco Arte y Restaurant, direkt an der Hauptstraße. Allerdings liegt es eben nicht am Meer, hat nur vier Tische und es ist ziemlich kalt drinnen. Außerdem müsst ihr auf euer Essen relativ lang warten (etwa 35-45 Minuten bei vollem Haus). Dafür ist das Essen absolut frisch und nur für euch gerade eben gekocht. Der Koch selbst nimmt auch die Bestellung auf und empfiehlt euch gern, was ihr essen sollt, also für was er gerade genau das richtige Fleisch oder Gemüse da hat. Also: warm anziehen und die Wartezeit zum Quatschen nutzen, es lohnt sich 😉

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Etwa 1,5 Stunden von Paracas entfernt liegt Huaccachina. Die kleine Oasenstadt ist eigentlich nur eine Art Stadtteil von Ica, der aber nur durch eine einzige Straße an die Stadt angeschlossen ist. In der Mitte ist ein See, darum herum Unterkünfte und Restaurants und um diese herum: Wüste. Nichts als Sand und Dünen. Es ist einfach unglaublich.

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Huaccachinaselbst ist ein Touristenort und viele bleiben dort zum feiern und entspannen. Ansonsten kann man dort aber auch ein paar schöne Dinge erleben. Wir sind am ersten Abend bei Sonnenuntergang auf die Düne gelaufen (immer zwei Schritte vor und einen zurückgerutscht im Sand). Einfach nur im warmen Sand zu sitzen, auf diese Unendlichkeit an Sand und Wüste zu gucken und dabei der Sonne beim Untergehen zuzuschauen, war einfach ein wahnsinnig schöner Moment. Nehmt euch aber, egal wie warm es ist wenn ihr losgeht, eine Jacke oder einen Pullover mit. Sobald die Sonne weg ist, wird es kalt. Außerdem empfiehlt sich festes Schuhwerk, denn im Sand liegen oft Wespen, also besser nicht barfuß die Düne erklimmen.

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Am besten lässt sich die Düne rechts vom Wassertank (sieht man von der Stadt aus) erklimmen. Auf der linken Seite fahren die Quads, da sollte man besser nicht herumlaufen. Hier kommen wir auch schon zur zweiten Hauptaktivität: Sandboarden! Täglich ab 16 Uhr werden Touren angeboten, bei denen man mit großen Quads durch die Wüste gefahren wird, dann an verschiedenen Hügeln hält und Sandboarden kann. Am Schluss gibt es auch nochmal einen Stopp im Sonnenuntergang, den wir allerdings weniger schön fanden als den am Tag davor. Die Sandboard Tour kostet vor Ort etwa 12 Soles (etwa 4€) und kann recht spontan gebucht werden. Es empfiehlt sich auch, auf den Guide zu hören und auch auf das Board zu legen, im Stehen passiert einfach viel. In unserer Gruppe hat sich jemand so eine Platzwunde am Kopf geholt und musste ins Krankenhaus. Wenn ihr aber auf den Guide hört, sind diese Touren wirklich ungefährlich 😉

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Habt ihr Lust bekommen auf die beiden Orte? Wir waren richtig begeistert und können beide nur empfehlen! Oder wart ihr schon mal dort und habt noch weitere Empfehlungen? Dann gerne immer her damit!

Habt einen guten Start in die Woche!

Alexa

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