Zum Machu Picchu auf dem Inkajungletrail

Viele Wege führen zum Machu Picchu, wie der bekannte Inka Trail, der Salkantay Trail oder der Lares Trek. Für Kurzentschlossene, Planungsunfreudige oder Zeltverweigerer gibt es aber auch noch eine weitere witzige Alternative: den Inkajungletrail!

Da wir es aus diversen Gründen nicht geschafft haben, unsere Reise nach Südamerika etwas genauer zu planen, hatten wir nicht die Möglichkeit, den Weg zum Machu Picchu so weit im voraus zu buchen, dass wir den bekannten Inka Trail auf den Spuren der Inka hätten wählen können. Es gibt jedoch noch viele weitere Möglichkeiten, die ich euch in einem separaten Beitrag zum Machu Picchu aufzählen werde. Heute soll es um unseren Weg zum Ziel gehen: den viertägigen Inkajungletrail. Hier wandert ihr zwar nicht auf den Spuren der Inka, sportlich und abwechslungsreich ist es aber allemal.

Tag 1: Von Cusco nach Santa Maria

Wie sehr oft auf unserer bisherigen Reise, müssen wir wieder relativ früh aufstehen, denn um 7:30 Uhr ist die Abfahrt mit dem Minivan in Cusco. Auf dem Dach sind MTBs befestigt, denn das ist der Plan für den heutigen Tag: downhill mountainbiken in den Bergen um Cusco. Etwa drei Stunden inkl. Pause für einen Cocatee, dauert die Fahrt, dann haben wir unseren Ausgangspunkt hoch oben auf einem Berg hinter Ollantaytambo erreicht. Wir werden mit allen möglichen Sachen ausgestattet, wie einem Rückenprotector, Handschuhen und Schienbeinschonern. Außerdem tragen wir Helme und auffällige gelbe Warnjacken. Dann geht es auch schon los. Ganz schön schnell wird man bergabwärts und ganz schön kurvig ist die Strecke! Das macht schon richtig Spaß und die Aussicht dazu ist einfach großartig! Grüne, tiefe Täler auf der einen Seite, aufsteigende Felsen auf der anderen. Leider fängt es nach etwa einer Viertelstunde an zu regnen und wir werden ziemlich durchweicht auf unseren Rädern. Dank unserer Regenjacken unter der restlichen Ausstattung tut es dem Vergnügen keinen Abbruch. Wir rasen einfach weiter die Straße entlang. Zehn Minuten später ist der Regen auch schon wieder vorbei, die Nässe bleibt leider etwas länger. Auf der Mitte der Strecke gibt es einen kurzen Halt um die Aussicht nochmal in Ruhe genießen zu können, dann geht es auch schon weiter. Diesmal sind seitlich der Straße ab und zu kleine Wasserfälle, die direkt über die Straße laufen. Hier muss man etwas vorsichtiger sein. Nach etwas mehr als einer Stunde ist der Spaß vorbei und wir halten in einem kleinen Ort, wo wir die Möglichkeit haben uns trockene Sachen anzuziehen. Dann geht es weiter nach Santa Maria, wo es richtig warm ist und wir nach einem späten Mittagessen den restlichen Nachmittag auf der Terrasse unserer Unterkunft verbringen. Hier hätte man auch die Möglichkeit gehabt, Rafting auszuprobieren. Wir hatten uns allerdings schon im Vorfeld dagegen entschieden und freuten uns über die Ruhe in der Sonne und das anschließende köstliche Abendessen in dem wirklich kleinen Ort.

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Tag 2: Von Santa Maria nach Santa Teresa

Nach einem ausgiebigen Frühstück startet der zweite Tag. Wir werden in unserer Unterkunft abgeholt und ein paar Kilometer entlang des Flusses zum Ausgangspunkt unserer heutigen Wanderung gefahren. Unterwegs sehen wir einige andere Wanderer, die diesen Teil zur Fuß bewältigen. Schon bald sind wir froh, uns diesen Teil der Strecke gespart zu haben, denn es wird auch so anstrengend genug. Die Strecke ist teilweise sehr steil, dann geht es wieder stark bergab. Es sind aber auch lange flache Abschnitte dabei. Anstrengend ist eher die Hitze, unsere Shirts sind bereits nach den ersten 15 Minuten durchgeschwitzt. Der Ausblick ist aber einfach wundervoll und entschädigt uns für die Anstrengungen. Nach vier Stunden wandern mit einigen kurzen Pausen erreichen wir einen kleinen Ort, in dem uns ein köstliches Mittagessen serviert wird. Es gibt gebackene Kartoffeln mit Guacamole als kleine Vorspeise, dann eine leckere Quinoasuppe und als Hauptgericht Hähnchen mit Reis, Kartoffeln und einer unglaublich guten Soße. Dass es hier eigentlich immer Reis und Kartoffeln gibt, ist für uns noch immer etwas ungewohnt, macht aber richtig satt. Die Nachspeise besteht aus frischer Ananas, die wir auf dem weiteren Weg auch gleich wachsen sehen. Aber bevor es weitergeht, hatten wir noch Zeit in den Hängematten unter Palmen zu entspannen. Kurz bevor es weiter ging, hörten wir ein lautes Donnern. Zu sehen war jedoch nichts außer blauem Himmel. Also los, zu bleiben war sowieso keine Alternative. Nach etwa einer weiteren Stunde Wanderung durch den Dschungel, spürten wir dann die ersten Tropfen, die recht schnell heftiger wurden. Also wieder in die Regenjacken geschlüpft und weiter. Zum zweiten Mal wurden wir richtig nass und wieder dauerte der Regen nicht besonders lang. Bald schon kamen wir an einer Stelle an, an der wir den Fluß mit einer Art Korb an einem Drahtseil überqueren mussten. Auch hierauf waren wir bei der Buchung vorbereitet worden, jedoch hatten wir uns das Ganze nicht so hoch vorgestellt.

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Einen anderen Weg gab es sowieso nicht, also in den Korb klettern und los. Die Fahrt war um einiges witziger als erwartet und auch hier habe ich mich nicht unsicher gefühlt, obwohl ich beim ersten Blick auf das Gefährt etwas skeptisch war. Am anderen Ende des Flusses angekommen,  standen wir vor unserem heutigen Ziel: den heißen Quellen kurz vor Santa Teresa. Das warme Wasser des schön angelegten Bades tat richtig gut nach der Anstrengung und dem Regen. Danach ging es mit einer kurzen Fahrt weiter in unsere Unterkunft in Santa Teresa, wo uns auch wieder ein ausgiebiges und köstliches Abendessen erwartete.

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Tag 3: Von Santa Teresa nach Aguas Calientes

Schon bei der Buchung der Tour hatten wir die Wahl den Weg zu Wandern oder den Vormittag mit Ziplining zu verbringen und dann gefahren zu werden. Wir entschieden uns für Letzteres. Das war eine richtig gute Entscheidung! Denn das Ziplining war ganz anders als wir es aus Deutschland kannten. Es ging direkt über einen Canyon! Etwa 300m hoch war das Drahtseil über dem Boden laut den Anbietern. Ich kann sowas schlecht einschätzen, aber es war enorm hoch und die Strecke um einiges länger als gewohnt. Insgesamt gab es 5 Strecken und eine Hängebrücke. Anfangs hatte ich schon ziemlich Respekt vor der Höhe, aber da man von dem kompetenten Team eingehängt wurde und dann einfach losgelassen wurde, musste ich den schlimmsten Schritt nicht selbst machen: nämlich die Überwindung am Anfang. Es war einfach großartig über diesen Canyon zu gleiten und hat wahnsinnig Spaß gemacht. Eine der Strecken konnte man kopfüber machen, eine andere mit dem Bauch nach unten und eine mit dem Rücken nach unten. Übrigens: alles sehr, sehr gut abgesichert, der Herr Keks hat sich das genau angeschaut und er kann das auch beurteilen im Gegensatz zu mir 😉

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Nach der rasanten Fahrt über den Canyon wurden wir in Minivans nach Hydro Electrica gefahren. Von dort aus ging es nach einem entspannten Mittagessen zu Fuß weiter. Etwa zwei Stunden mussten wir mit vielen Gleichgesinnten die Gleise entlang nach Aguas Calientes wandern. Das ist übrigens ein durchaus gängiger Weg, es klingt nur etwas seltsam mit den Gleisen 😉 Der Weg ist teilweise sehr schön, teilweise nichts besonderes, dafür recht flach und unanstrengend. Dennoch waren wir einfach froh als wir in Aguas Calientes angekommen waren. Genau als wir die Stadt erreichten, begann es mal wieder zu regnen. Doch da waren es nur mehr ein paar Meter bis zur Unterkunft und wir konnten uns ein bisschen ausruhen bis zum Abendessen, bei dem wir unserem Guide für den folgenden Tag am Machu Picchu vorgestellt wurden und letzte Instruktionen bekamen.

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Von dem letzten Tag unserer Tour werde ich euch aber in einem eigenen Beitrag berichten, denn der Machu Picchu hat es durchaus verdient einen eigenen Beitrag zu bekommen 😉

Wer hat sich auch schon auf den Weg zum Machu Picchu gemacht? Vielleicht sogar über den gleichen Weg? Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen!

Alexa

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